Die Idee dahinter ist es einen apikalen Ast mit Wurzeln zu versehen, um ihn dann als Bonsai abzunehmen.
Als erstes stand die Auswahl eines guten Astes an: gesund, robust, die richtige Größe mit ein paar Verzweigungen am Stamm. Ich habe meinen Ast gefunden.
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| ein gesunder, gut wachsender Wacholder-Ast, der genügend Licht abbekommt. |
Direkt unterhalb einer Knospe wird ein Ring in die Rinde geschnitten, mindestens so breit wird der Astdurchmesser. Die Rinde wird mitsamt dem Kambium vollständig entfernt, so tief bis das Kernholz erreicht wird. Es dürfen keine Teile des Kambiums übrig bleiben, damit sich der Baum keine "Brücke" bauen kann.
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| Rinde und Kambium wurden entfernt, die Breite des Rings ist etwa gleich dem Durchmesser des Astes. |
Unterhalb des eingeschnittenen Rings wird eine Plastiktüte mit einem Draht befestigt. Der Draht wird mit der Zange stark angezogen, der Ast wird an der Stelle eingeschnürt. Am oberen Rindenrand wird rundum Bewurzelungshormon aufgetragen, da an dieser Stelle die Wurzeln entstehen sollen.
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| Am oberen Schnittrand wird Bewurzelungshormon aufgetragen, bevor das Moos angelegt wird. |
Nun wird um den Rindenschnitt Sphagnum-Moos gepackt und dicht gedrückt, mit der Plastiktüte fest umwickeln, so dass hier eine Tasche entsteht. Fest andrücken, und oberhalb fest mit Draht oder Schnur umwickeln. Ich bin mir nicht sicher ob es sich bei mit um Sphagnum- oder ein anderes Moos handelt, aber es wird für meine Zwecke hoffentlich ausreichen. Ebenso habe ich einen Teil Bonsaisubstrat (Akadama:Bonsaierde 1:1) beigemischt zu drei Teilen Moos.
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| Sphagnum-Moos in einem festen Ballen gut um die Schnittstelle einwickeln. |
Der Batzen um den Rindenring muss fest angedrückt sein, und gut verschlossen sein. Wichtig ist, dass er von nun an feucht gehalten werden muss. Entweder belässt man an der Oberseite die Möglichkeit die Tüte dort aufzuwickeln um Wasser einzugeben oder man kann den Beutel auch mit einer herkömmlichen Spritze wässern (meine Wahl). Auf der Unterseite und Rand des Beutels werden ein paar Löcher gestochen, damit überflüssiges Wasser ablaufen kann und an das Ganze etwas Luft kommen kann.
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| der fertige Ballen wird feuchtgehalten und 6 Monate am Baum belassen. |
Der "Beutel" wird nun an dem Baum belassen und wöchentlich leicht bewässert. Vorsicht vor Staunässe und vor vollständigem Austrocknen. Der Ast selber sollte reichlich Sonnenlicht abbekommen, wobei der Beutel eher im Schatten sein darf.
Vom Prinzip her wird beim Abmoosen die Transportrichtung von den Blättern zu den Wurzeln (Assimilationsprodukte und Energieträger) durch Entfernung der Rinde und des Kambiums unterbrochen. Der Ast wird weiterhin mit Wasser von den Wurzeln versorgt (Transport "innen" über die Kernholzkapillaren), kann aber die Stoffwechselprodukte nicht mehr zurück an die Wurzeln schicken, es Bildet sich am oberen Schnittrand des Rings ein "Stau".
Der Baum versucht nun diese Wunde zu überbrücken indem er einen Kallus bildet. Gelingt ihm die Überbrückung werden keine Wurzeln entstehen. Sonst muss er zum überleben, durch den Kontakt mit dem Moos-Substrat, dann Wurzeln bilden. Der Ast kann dann unterhalb des neuen Wurzelballens abgenommen und direkt in eine Anzuchtschale gebracht werden.
Der "Beutel" sollte mindestens 6 Monate möglichst ungestört an dem Ast bleiben. Gerade bei Nadelgehölzen ist auch eine Dauer von einem Jahr oder mehr angebracht, bei Laubbäumen geht es normalerweise schneller. Im März angelegt, werde ich im September nachsehen ob sich schon Wurzeln gebildet haben.
Ich bin gespannt.






